Biografie - Buchtipp - Achtzehnter Stock

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Biografie

Sara Gmuer

SARA GMUER wurde 1980 in Locarno geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in der italienischen Schweiz, ihre Jugend in Luzern. Nach ihrem Abschluss an der Filmschauspielschule Zürich zog sie nach Deutschland. Sie stand für Dominik Graf und Die Ärzte vor der Kamera und als Rapperin auf der Bühne. Sie schrieb Songs, textete für Agenturen und fand dabei ihre ganz eigene Stimme. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Berlin.

 

5 Fragen an ... Sara Gmuer

»Das Haus ist ein Mahnmal, ein Mittelfinger, der in den Himmel ragt und unübersehbar an uns erinnert, an uns und all die anderen, die keiner sehen wollte.«

Wer sind die, die keiner sehen will?
In meinem Buch sind das die Mütter in der Hochhaussiedlung. Jede mit ihren Träumen und Wünschen. Alle am Limit: kein Geld, keine Unterstützung der Männer, prekäres Wohnen. In Achtzehnter Stock heißen sie Wanda, Ming, Esther und Aylins Mama. Jede geht mit der Situation auf ihre Art um. Sie ärgern sich dauernd übereinander, aber sie helfen einander auch.

Hauptfigur in Achtzehnter Stock ist Wanda. Wer ist sie?
Wanda ist eigentlich Schauspielerin, doch als sie schwanger wurde, musste sie ihren Traum aufgeben. Ihr Alltag dreht sich um ihre Tochter Karlie, aber das reicht ihr nicht. Sie will mehr aus ihrem Leben machen. Sie geht wieder zu Castings und hofft, es dadurch aus der Platte zu schaffen. Die anderen im Haus nehmen ihre Träume nicht ernst und halten sie für naiv, sogar dann noch, als sie die Chance bekommt, in einer großen Produktion mitzuspielen, und kurz davor ist, es allen zu zeigen.

Wanda wird Teil der glitzernden Filmwelt. Ihr Traum scheint in Erfüllung zu gehen, aber gibt es auch Schattenseiten?
Ja, sie ist endlich da, wo sie sein wollte, weit weg von der Platte in einer Welt, in der alles möglich ist und Türen immer offen stehen. Sie speist in Edelrestaurants, umgibt sich mit berühmten Menschen und verliebt sich in ihren Schauspielpartner Adam. Aber sie merkt eben auch schnell, das alles seinen Preis hat. Wanda verleugnet ihr altes Leben und muss, hin- und hergerissen zwischen den beiden Welten, ihre Tochter Karlie immer öfter im Stich lassen. Eines Tages hat das verheerende Folgen.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Sprache war von klein auf mein Ausdrucksmittel. Als Teenager fing ich an zu rappen und kam übers Songschreiben zur Literatur. Also nicht durchs Lesen, wie so viele, ich habe eigentlich gar nicht gelesen, sondern wirklich aus dem Bedürfnis heraus, Worte so lange hin und her zu schieben, bis sie genau das spiegeln, was ich sagen will. Vor 12 Jahren entstand dann mein erster Roman Karizma.

Warum hat es zwölf Jahre gedauert bis zum nächsten Roman?
Achtzehnter Stock hat mich als Schriftstellerin erwachsen werden lassen. Ich wollte mich nicht wiederholen. Ich wollte eine Geschichte erzählen, die wirklich erzählenswert ist, und eine passende Sprache dafür finden. Gegenwärtig und unmittelbar, hart, aber auch witzig. Das hat Zeit gebraucht.

 
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